…here we go again!

Gründungspapier der Antifa [rk] Wunstorf.

Wir, die Antifa [rk] Wunstorf, sind ein Zusammenschluss verschiedener Menschen, deren Anliegen die Verbreitung radikaler Kritik durch Theorie und Praxis in Wunstorf ist.
Teile von uns sind bereits in den letzten Monaten unter verschiedenen Namen wie
„Initiative gegen Geschichtsrevisionismus“, „Antikapitalistische Gruppe“, „Antirassismus Initiative“ oder „Unabhängige Antifa Wunstorf“ durch Veranstaltungen und Aktionen in Erscheinung getreten. Jetzt, im Frühjahr 2007, haben wir beschlossen der politischen Funkstille im Kleinstädtchen Wunstorf endgültig ein Ende zu bereiten und uns in dieser neuen Gruppe zusammen zu tun.

„Mich interessiert nicht, was du weißt sondern nur, woran du glaubst. Mich interessiert nicht was du hast ,sondern nur, was du brauchst.“

Unsere thematischen Schwerpunkte ergeben sich aus den oben genannten Gruppenansätzen. Wir werden von klassischer Anti-Nazi Arbeit, über eine Kritik der deutschen Abschiebepraxis bis hin zu Auseinandersetzungen über Geschichtsrevisionismus versuchen alles, was in Wunstorf gerade aktuell ist zu kommentieren oder es eben über aktive Intervention aktuell zu machen. Dabei werden wir stets das „falsche Ganze“, die kapitalistische Verfasstheit dieser Gesellschaft, im Auge behalten und versuchen diese zu kritisieren und –soweit es geht- anzugreifen.

I can`t relax in Wunstorf

Praktischer Antifaschismus ist dabei in Wunstorf immer noch bitter nötig. Organisierte Nazistrukturen treten in den letzten Jahren zwar selten offensiv auf, unter der Oberfläche tummeln sich aber nicht nur auf Dorffesten und in gewissen Wunstorfer Kneipen immer noch jede menge Freunde der nationalsozialistischen Herrschaft. Für uns gilt es diesen Erscheinungen offensiv entgegen zu treten, seien es nun neue Nazikinder oder erfahrenere Kaliber. Nazis stellen eine Gefahr für all diejenigen dar, die als „andersartig“ definiert werden, seien es MigrantInnen, JüdInnen, Homosexuelle oder Linke.
Unser Antifaschismus geht aber über die Bekämpfung offensichtlicher Nazis hinaus. Vielmehr ist es unser Ziel auch den staatlichen und allgemein tolerierten oder gewünschten Rassismus, der sich in Form von Abschiebungen und restriktiven Einwanderungsgesetzen äußert, anzugreifen. Dabei muss klar sein: Nationalismus ist und bleibt eine gefährliche Ideologie die sich, umgesetzt in Praxis, stets in aggressiven Taten gegen die, die nicht zur Nation gezählt werden, äußert. Völkischem genauso wie vermeintlich „modernem“ Nationalismus erteilen wir ebenso eine klare Absage wie Antisemitismus und Sexismus.

„Unser Nein ist das Ja zum Nichts des Ganzen.“

Der Kapitalismus ist und bleibt eine primitive Gesellschaftsformation, deren Kategorien nahezu alle sozialen Formen in denen sich Menschen im Kapitalismus gegenüber stehen durchzieht und bestimmt. Der große Teil der Menschen ist dabei gezwungen seine Arbeitskraft in gegenseitiger Konkurrenz als Ware zu verkaufen. Wird die Arbeitskraft zur Schaffung von Profiten nicht benötigt, bleibt nur die Armut. Der Irrsinn des Kapitalismus wird angesichts der heutigen Situation nur allzu deutlich:
Ein wachsender technologischer Fortschritt würde eigentlich einen theoretisch immer größeren gesellschaftlichen Reichtum ermöglichen. Doch anstatt, dass dieser geschaffen wird und alle an ihm teilhaben könnten, wachsen Armut und elende Lebensbedingungen, nicht nur in der sogenannten 3. Welt, sondern auch in den industrialisierten Gesellschaften stetig an. Die Lücke zwischen dem, was potentiell mögliche wäre und dem Elend und Zwang welche das Leben im Kapitalismus tatsächlich durchziehen, ist darauf zurück zu führen, dass im Kapitalismus nicht für den Menschen, sondern für den Profit produziert wird. Folgerichtig zählt ein Mensch nur dann, wenn er das nötige Geld hat um sich die produzierten Waren auch zu kaufen. So kommt es, dass Berge von Essen welche nicht verkauft werden können zum Zwecke der künstlichen Steigerung von Weltmarktpreisen einfach zerstört werden, obwohl gleichzeitig Menschen verhungern. Die profitorientierte Produktion steht über den Bedürfnissen der Menschen. Dagegen fordern wir:
Eine solidarische Gesellschaft in welcher der Mensch und dessen Bedürfnisse im Mittelpunkt der Produktion stehen und kapitalistische Ausbeutung abgeschafft ist.


Die Idee ist gut doch Wunstorf noch nicht bereit…

Eine radikale Politik steht in einer Kleinstadt wie Wunstorf vor dem Dilemma einer dörflichen und größten Teils ignoranten Öffentlichkeit.
Anders als in Großstädten sind unser Potential und unsere Interventionsmöglichkeiten eingeschränkt. Trotzdem sollte dies kein Grund sein, die richtigen Inhalte hinten an zu stellen und darauf zu hoffen, dass gesellschaftliche Veränderung quasi von alleine einsetzt. Stattdessen, und gerade weil die Themen die uns bewegen nicht nur auf lokaler Ebene zu bekämpfen sind, werden wir versuchen uns auch auf regionaler und überregionaler Ebene zu betätigen.
Außerdem werden wir überall dort sein, wo die kapitalistischen Widersprüche auch in Wunstorf erfahrbar sind, wo sich Rassismus und Nationalismus äußern und wo ein Eingreifen unabdingbar ist.

Wir betreiben radikale Kritik, man mag uns rote oder auch rich kids schimpfen, wir rufen auf zum revolutionären Kampf und zum restlosen K-O- des Schweinesystems. Wird sind die Antifa [rk] und wir lassen es richtig knallen!